Freihandelsabkommen zwischen der EU und AKP-Staaten

global-dealDurch die Globalisierung kommt es zu immer mehr Freihandelsabkommen, welche die freie Marktwirtschaft stärken und/oder beflügeln sollen. Durch Handelsabkommen zwischen bestimmten Staaten können zum Beispiel die Ein- und Ausfuhrgebühren für bestimmte Güter und Waren gesenkt oder komplett erlassen werden. Durch solche Abkommen können neben den beteiligten Staaten auch die Endverbraucher profitieren: durch geringere Steuern bei der Einfuhr werden Produkte günstiger und sind besser erhältlich.

Nicht alles positiv

Freihandelsabkommen basieren auf einer Beziehung auf Augenhöhe. Abkommen wie sie innerhalb der EU existieren, sind zwischen Staaten mit ähnlichem Standing und vergleichbarem Reichtum. Problematisch wird es für viele, wenn freie Handelsabkommen zwischen einer starken und einer schwachen Partei geschlossen werden. So wie zum Beispiel zwischen der EU und den Staaten der AKP-Gruppe, der Gruppe der ehemalig europäischen afrikanischen, karibischen und pazifischen Kolonien. Die AKP-Staaten, meist ehemalige französische oder englische Kolonien, sind Entwicklungs- und dritte Welt Länder, die mit den europäischen Lebensstandards nicht mithalten können.

Ausbeutung oder Hilfe?

Die Idee hinter den EPAs, den Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Staaten der AKP-Gruppe, ist vor allem die Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung in den ehemaligen Kolonien, sowie die Etablierung als ernst zu nehmende Handelsmächte auf dem internationalen Markt. Kritiker merken jedoch an, dass vor allem die reichen EU-Staaten von den Handelsabkommen profitieren, da sie ihre Produkte günstig in die AKP-Staaten importieren können und dadurch den Markt mit fremden Produkten überschwemmen. Das freut zwar den Endverbraucher, der günstige Produkte einkaufen kann, schädigt aber die lokale Wirtschaft, die mit den niedrigen Preisen der EU-Konkurrenz nicht mithalten kann.

Regionalität statt internationalem Handel?

Die EPAs, oder Wirtschaftspartnerschaftsabkommen, sollen die AKP-Staaten auch dazu befähigen, in ihrem lokalen Kontext Handel zu treiben und so die Marktwirtschaft zu stärken. Jedoch haben die EU-Staaten in den bereits abgeschlossenen EPAs festgelegt, dass die beteiligten dritte Welt Staaten ihre Ausfuhrzölle nicht erhöhen können und dürfen, was der EU einen günstigen Zugriff auf die lokalen Rohstoffe ermöglicht und den regionalen Handel erschwert.